Sabine Schönberger

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Experimente in Farben und Formen

Fotografische Sichtweisen von Sabine Schönberger

Sabine Schönberger ist ein reiner Gefühlsmensch. Aus ihrem tiefsten Innern heraus entstehen Intuitionen, die den jeweiligen Augenblick zur spontanen Wahrheit gestalten. Was eignet sich besser als die Fotografie, um einen Moment bis in alle Ewigkeit fest zu halten. Sabine Schönberger ist Autodidaktin. Sie kam aus Begabung und Leidenschaft zur Fotografie. Der Wille die Kamera zu führen und die Welt im jeweiligen Augenblick fest zu halten, ist tiefer Wunsch, der in ihrer Persönlichkeit fest verankert ist.

Es entstehen grundehrliche und authentische Bilder, die fast alle Menschentypen berühren und begeistern.
Aus dem Willen zur Intuition ist auch die Serie "Experimente in Farben und Formen" entstanden. Ein sich ergänzender Dualismus spielt hier wohl die größte Rolle in der Durchführung. Zum Einen kann sich die Künstlerin auf eine gute Technik und ein untrügliches fotografisches Auge verlassen, aber es kommt noch ein zweiter Teil dazu:
Mut!
Mut, eine Situation in ihrem momentanen Entstehen zu erkennen und der Spontanität sofort eine Chance zu geben.
Also ein chaotischer Punkt. Nicht geplant und nicht vorher gesehen.
Aber es ist gerade das Chaos, das neue kreative Impulse erweckt.
Unsere Welt ist nicht aus der Struktur entstanden, sondern aus dem Chaos.
"Gott" hat am Anfang unserer Zeit experimentiert, es ist kaum zu glauben, daß unsere Welt, die Evoltuion, die Natur, so wie sie sich bis heute entwickelt hat durch einen übergeordenten Bauplan entstanden ist.
Nein, alles ist Evolution, ist Experiment das Vorhandene durch probieren, durch Instinkte oder durch in uns angelegte Triebe zu erweitern, zu verfeinern.
"Mensch und Natur" sind Themen, oder die traumhaft schönen Aktserien, die den baren Menschen in seinem ursprünglichen Reiz abbilden.

In ihren Experimenten bringt die Fotogafin ihre eigene innerste Natur zum Ausdruck, indem sie die gesamte Kraft eines nicht geplanten Augenblicks, den Charme des nicht Kalkulierbaren zuläßt und festhält.
Ein Experiment gelingt oder gelingt nicht, das interessante und spannende daran ist die Unberechenbarkeit, aber auch die unmittelbare völlige Ehrlichkeit. Nichts ist gestohlen, nichts gekünstelt, oder geplant.
Die Welt im fotografischen Test ist wie sie ist, sie hat sich zu dem Punkt als der Finger den Auslöser der Kamera gedrückt hat hin entwickelt.
Das Risiko ist groß, die Künstlerin bewegt sich immer am Abgrund der Fehlerhaftigkeit, des Überzogenen, des nicht Verständlichen oder nicht Verstehbaren. Aber wenn die Experimente gelingen, dann haben wir Echtheit, Einzigartigkeit, nie da Gewesenes.

Text:
Günther Kasseckert